Jugend- und Schülergedenktag 2018 an der Königin-Luise-Schule

Jugend- und Schülergedenktag 2018 an der Königin-Luise-Schule

Unter dem Motto „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“ fand am Freitag, den 26.01.2018, der diesjährige Jugend- und Schülergedenktag der Stadt Köln an der Königin-Luise-Schule statt.

Anlass dieses Gedenktages ist die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 durch sowjetische Truppen. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bestimmte den Tag 1996 zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust und rief insbesondere Schülerinnen und Schüler dazu auf, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen.

Dieses Jahr folgte die Stadt Köln bereits zum 21. Mal dem Aufruf Roman Herzogs, indem sie für Schülerinnen und Schüler aller Kölner Schulen eine zentrale Gedenkveranstaltung organisierte, die nun bereits seit vielen Jahren an der Königin-Luise-Schule stattfindet. Dabei ist das Anliegen, zum einen den Opfern der Gräueltaten des Nationalsozialismus zu gedenken, und sich zum anderen in vielfältigen Projekten mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und Ausgrenzung und Herabwürdigung von Menschen verhindern können.

Zum Bühnenprogramm trugen Schüler von der Stufe 5 bis zur Q 2 unterschiedlicher Schulformen bei, von der Förderschule bis zum Gymnasium. Außerdem kamen Besucher von einer Vielzahl von Schulen aus Köln und darüber hinaus. Das Bühnenprogramm bot einen vielfältigen Einblick in die unterrichtliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Mitglieder des Projektkurses Geschichte des Gymnasiums Kreuzgasse präsentierten Schicksale ehemaliger jüdischer Schüler, die in der Hölle des Ghettos von Riga ermordet worden waren; Schüler der Käthe-Kollwitz-Realschule berichteten, ebenso wie Schüler des Stadtgymnasiums Porz, von ihren Erfahrungen und Eindrücken von einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz; der Schülersprecher des Humboldt-Gymnasiums berichtete eindrucksvoll über das von der SV selbst organisierte „Gedenken an die Reichspogromnacht 1938“.

Daneben fanden sich aber auch andere Beiträge wie Musik- und Tanzdarbietungen oder Filmprojekte: Die Band des Gymnasiums Kreuzgasse rockte mit selbstgeschriebenen Songs gegen Krieg und Gewalt; die Internationale Filmschule Köln präsentierte einen mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen produzierten Film, der die traumatischen Erfahrungen von Kriegsflüchtlingen in erschütternder Weise verdeutlichte. Und dies ist nur eine Auswahl aus dem gesamten Programm.

Die KLS selbst war mit drei Beiträgen aktueller Unterrichtsprojekte vertreten. So präsentierte der Projektkurs Geschichte der Q2 als erstes Ergebnis seiner Erforschung von Lebensgeschichten ehemaliger jüdischer Schülerinnen der KLS eine Auswahl an Privatfotos dieser Mädchen und ihrer Familien. Der ergreifende Eindruck, den diese Dokumente von den „geraubten Leben“ vermittelten, wurde durch einen grandiosen Klavierbeitrag von Joshua (EF) mit der Titelmusik des Films „Der Pianist“ nachhaltig unterstützt.

Ein in die Zukunft weisendes Projekt präsentierten Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 5a, unterstützt und beraten von Paul und Lennart aus dem Projektkurs der Q2. Lennart hatte die Lebensgeschichte der ehemaligen Schülerin Eva Alsberg erforscht. Für sie soll im April ein Stolperstein an der KLS verlegt werden, und die Patenschaft (das heißt die Finanzierung und Fürsorge) für diesen Stein übernimmt dankenswerterweise die Klasse 5a mit Unterstützung der SV. Sie wird sich an den Projekttagen mit dem Schicksal von Eva Alsberg intensiv beschäftigen und Briefe an die Tochter von Eva Alsberg schicken; zwei sehr persönliche und berührende Briefe wurden dem Publikum von ihren Verfassern, Clara und Magnus, vorgestellt. Es wäre für die Zukunft sehr schön, wenn weitere Klassen dem Vorbild der 5a folgen würden.

Der letzte Beitrag wies gleichermaßen in die Zukunft, wie er aus der Vergangenheit resultiert. Beim letzten Gedenktag war das Projekt der „Heimatsucher“ auf besonderes Interesse gestoßen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Erinnerungen von Holocaustüberlebenden für die Zukunft zu retten, indem sie Schüler und Jugendliche durch den Kontakt mit Zeitzeugen zu „Zweitzeugen“ machen. Im Anschluss an den damaligen Gedenktag hatten sie einen Workshop angeboten, an dem sich eine erstaunlich große Zahl interessierter Schülerinnen und Schüler der KLS aus ganz verschiedenen Stufen beteiligt hatte.

Damals haben wir uns gewünscht, dass dieses Projekt an der KLS eine Fortsetzung findet – und das hat es inzwischen in eindrucksvoller Weise. Mittlerweile sind mehr als 20 Schülerinnen und Schüler von der Stufe 8 bis zur Q1 in einer AG selbst zu Zweitzeugen ausgebildet worden. Sie haben einen Bericht über ihre Ausbildung, ihre Motive und auch ihre Wünsche für die Zukunft präsentiert.

In ihren Reden wiesen die Dezernentin für Jugend, Bildung und Sport der Stadt Köln, Frau Dr. Agnes Klein, und Herr Bürgermeister Dr. Ralf Heinen auf die besondere Bedeutung hin, die das Erinnern für die Gegenwart hat, und sie dankten allen Anwesenden und Teilnehmenden für ihr Engagement, mit dem sie allen ins Bewusstsein rufen, wie wichtig es ist dafür einzustehen, dass alle Menschen gleich sind und niemand ausgegrenzt werden darf.

Durch das Programm führten Moritz, Klara, Moritz und Emely aus dem diesjährigen Abiturjahrgang der Königin-Luise-Schule, dabei wurde die gesamte Veranstaltung tatkräftig unterstützt durch das Technikteam von Herrn Heesen. Ihnen allen sei für ihr Engagement noch einmal ausdrücklich gedankt.

D. Erkelenz

 

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