Haltung zeigen – nicht nur an Gedenktagen

Haltung zeigen – nicht nur an Gedenktagen

Jetzt ist es still, ganz still.

Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgänge, Eltern, Lehrer und auch ehemalige Schüler haben sich zusammen um die Stolpersteine versammelt, die im April bei uns vor der Schule verlegt wurden. Ein Kranz mit vielen unterschiedlichen Pflanzen und Sträuchern umgibt die fünf Steine der Schülerinnen der Königin-Luise-Schule, die Opfer der Nazis wurden. Rote und weiße Rosen liegen vor dem Kranz, Kerzen beleuchten ihn. „Nur für euch“ steht in einem Gedicht einer Fünftklässlerin, das zwischen die Kerzen gelegt wurde. Alle Augen sind nun auf die Stolpersteine gerichtet. Viele Fünft-und Sechstklässler sind gekommen, darunter die Patenklassen der Steine.

Es ist der 9. November. Vor genau 80 Jahren wurden Juden in ganz Deutschland gedemütigt und brutal ermordet, ihre Geschäfte geplündert und zerstört, Synagogen in Brand gesetzt. Diese Gewalttaten waren vom NS-Regime nicht nur genehmigt oder legitimiert, sondern befohlen worden. Der Tag markiert daher den Übergang zu einer neuen Dimension der Diskriminierung, die die systematische Verfolgung der Juden, die kurze Zeit später im Holocaust endete, schon vorwegnahm.

Deshalb sind die vielen Angehörige unserer Schule zusammengekommen. Deshalb haben wir gemeinsam der Opfer der Ausgrenzung und Verfolgung durch die Nationalsozialisten gedacht. Deshalb die Kerzen. Deshalb die vielen Lichter. Deshalb die Stille. Letztere ist so erhaben, dass selbst nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung sich keiner rührt.

Stolpersteine stehen für Menschen und Geschichten, die niemals in Vergessenheit geraten dürfen. Sie sagen uns: Nie wieder. Wir haben eine Verantwortung, von der wir Gebrauch machen müssen. Und zwar nicht nur an Gedenktagen, sondern auch in unserem Alltag. Zum „Nie wieder“ gehört dazu, dass wir aufstehen, wenn jemand ausgrenzt, Diktaturen verherrlicht oder wenn auch nur blöde Sprüche fallen. Denn so fing das an. So wurde Hitler gewählt. So schaffte sich die Demokratie selbst ab. Deswegen müssen wir genau jetzt gemeinsam Haltung zeigen, für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt, gegen Hass, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit.

Ich finde es toll, wie unsere Schule ein Zeichen gegen Ausgrenzung setzt.

Joshua (Q1)

 

 

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