Jugend- und Schülergedenktag 2017 an der Königin-Luise-Schule

Jugend- und Schülergedenktag 2017 an der Königin-Luise-Schule

Unter dem Motto „Erinnern – eine Brücke in die Zukunft“ fand am Freitag, den 27.01.2017, der diesjährige Jugend- und Schülergedenktag der Stadt Köln an der Königin-Luise-Schule statt.

Anlass dieses Gedenktages ist die Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 durch sowjetische Truppen. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog bestimmte den Tag 1996 zum Gedenktag für die Opfer des Holocaust und rief insbesondere Schülerinnen und Schüler dazu auf, sich mit dem Thema intensiv zu beschäftigen.

Dieses Mal hatte der Gedenktag gleich aus mehreren Gründen eine besondere Bedeutung. So folgte die Stadt Köln dieses Jahr zum 20. Mal dem Aufruf Roman Herzogs, indem sie für Schülerinnen und Schüler aller Kölner Schulen eine zentrale Gedenkveranstaltung organisierte, die nun bereits seit mehreren Jahren an der Königin-Luise-Schule stattfindet. Dabei ist das Anliegen, zum einen den Opfern der Gräueltaten des Nationalsozialismus zu gedenken, und sich zum anderen in vielfältigen Projekten mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und Ausgrenzung und Herabwürdigung von Menschen verhindern können.

Roman Herzog ist wenige Tage vor dem Gedenktag gestorben. Die Veranstaltung war damit in gewisser Weise gleichzeitig eine Erinnerung an ihren Initiator, und für die Bedeutung seines Vermächtnisses spricht nicht nur das 20. Jubiläum, sondern vor allem auch das große Interesse, das der Gedenktag dieses Jahr fand.

Zum Bühnenprogramm trugen Schüler jeden Alters und aller Schulformen bei, von der Grundschule bis zum Gymnasium. Außerdem kamen Besucher von einer Vielzahl von Schulen aus Köln und darüber hinaus. Das Bühnenprogramm bot einen vielfältigen Einblick in die unterrichtliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Schüler der GGS Alte Wipperfürther Straße präsentierten das Leben der Edelweißpiratin Gertrud „Mucki“ Koch; Schüler der Käthe-Kollwitz-Realschule berichteten von ihren Erfahrungen und Eindrücken von einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz; der Projektkurs Geschichte des Gymnasiums Kreuzgasse informierte über die Forschungen zum Schicksal jüdischer Mitschüler.

Neben Unterrichtsprojekten fanden sich aber auch andere Beiträge wie integrative Tanzprojekte oder musikalische Darbietungen: So präsentierte die Internationale Filmschule Köln ein Musikvideo zum Thema „Respekt“, das gemeinsam mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen produziert worden war, die Rockband der Kreuzgasse oder Schüler der Finkenbergschule präsentierten Musik von Rock bis HipHop. Und dies ist nur eine Auswahl aus dem gesamten Programm.

Auf besonderes Interesse stieß auch das Projekt der „Heimatsucher“, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Erinnerungen von Holocaustüberlebenden für die Zukunft zu retten, indem sie Schüler und Jugendliche durch den Kontakt mit Zeitzeugen zu „Zweitzeugen“ machen.

Im Anschluss an den Gedenktag boten sie einen Workshop an, an dem sich eine erstaunlich große Zahl interessierter Schülerinnen und Schüler aus ganz verschiedenen Stufen beteiligte. Es wäre sehr zu wünschen, dass dieses Projekt an der KLS eine Fortsetzung findet – alle Interessierten sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen.

In ihren Reden wiesen die Leiterin des Amtes für Schulentwicklung, Frau Heuer, und Herr Bürgermeister Hans-Werner Bartsch auf die besondere Bedeutung hin, die das Erinnern für die Gegenwart hat, und sie dankten allen Anwesenden und Teilnehmenden für ihr Engagement, mit dem sie allen ins Bewusstsein rufen, wie wichtig es ist dafür einzustehen, dass alle Menschen gleich sind und niemand ausgegrenzt werden darf.

Durch das Programm führten Anna, Jeffrey, Johanna, Luca und Viktor aus dem diesjährigen Abiturjahrgang der Königin-Luise-Schule, dabei wurde die gesamte Veranstaltung tatkräftig unterstützt durch das Technikteam von Herrn Heesen. Ihnen allen sei für ihr Engagement noch einmal ausdrücklich gedankt.

Im Foyer der Schule ist zudem die Ausstellung der Arbeiten der Kunstkurse von Frau Seidel aus der Q 2 zu sehen, die sich auf eindrucksvolle Weise mit dem Thema beschäftigt haben. Diese Ausstellung kann gerne auch in den kommenden Tagen noch von interessierten Schülern und Eltern besucht werden.

D. Erkelenz

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