Deutsche JuniorAkademien NRW 2016 in Jülich

Deutsche JuniorAkademien NRW 2016 in Jülich

In den Sommerferien 2016 bekam ich die Chance,  an den Deutschen Junior Akademien teilzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Veranstaltung, bei der interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit gegeben wird, ihr Wissen in sogenannten MINT- Kursen zu erweitern. (MINT- Kurse beinhalten alles Mögliche im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.) Schüler aus den Jahrgangsstufen neun und zehn können sich an den verschiedenen Standorten (dieses Jahr Jülich, Ostbevern und Königswinter) für einen Kurs zu bewerben. Da die Akademieplätze sehr beliebt sind, bekommen jedes Jahr nur wenige Bewerber  die Chance teilzunehmen.

Ich hatte das Glück in diesem Jahr einen Platz in Jülich für den Kurs Nanotechnologie zu bekommen. Als alle, 54 Teilnehmer und die Kurs-, bzw. Akademieleiter, da waren, begann gleich die Begrüßungsfeier. Doch die allgemeine Begeisterung wurde jäh gebremst, als uns der (zugegebenermaßen ziemlich straffe) Tagesablaufplan gezeigt wurde. Programm gab es von 6:30 – 22:30 Uhr. Der Tag wurde gefüllt mit Kursarbeit,  drei Mahlzeiten pro Tag,  Frühsport und Sport in der Mittagspause, Chor und Orchester, Ausflügen und schließlich den sogenannten Kursübergreifenden Angeboten. Bei diesen bekamen wir die Möglichkeit auch mit den Teilnehmern der anderen Kurse, in diesem Fall Mikrocontroller und Forensik, in Kontakt zu kommen. Nach dem Abendessen hatten  wir jede Menge Zeit ein Abendprogramm anzubieten. So gab es (ganz klassisch) Werwolf- Abende, Crashkurse in Sprachen, Tanzen (alles von Zumba über Breakdance und HipHop bis hin zu Standardtänzen) und sogar Scoubidou, es gab Olympiaden und Traumreisen, oder auch entspannte Massagerunden.

Aber auch, wenn die Abende immer sehr amüsant waren und für gute Stimmung innerhalb der Gruppe sorgten, so lag das Hauptaugenmerk doch auf der Kursarbeit. Für diese hatten wir eine unglaubliche Ausstattung. In dem Science- College, gegenüber von unserer Unterkunft (dem Tagungszentrum Haus Overbach), gab es modern eingerichtete Hörsäle, Labore mit unendlich vielen Chemikalien und generell eine  herausragende technische Einrichtung. Der Kurs von 18 Personen wurde von zwei jungen Studenten geleitet, die echte Spezialisten in ihrem Themenbereich waren. Das führte zwar häufig dazu, dass alle Teilnehmer des Kurses etwas nicht nachvollziehen konnten, doch uns konnte jede beliebige Frage zum Bereich Nanotechnologie detailreich erklärt werden.

Der Kursinhalt war echt interessant, so lernten wir zum Beispiel zu verstehen, wie aus einer komplizierten Gleichung als Auflösung eine runde, geometrische Form wurde, die die Aufenthaltswahrscheinlichkeit eines Elektrons (das eigentlich keinen bestimmbaren Ort hat) für bestimmte Stellen angab. Uns wurde physikalisch bewiesen, dass man theoretisch durch eine Wand laufen kann. Neben komplizierten Sachverhalten der Quantenmechanik lernten wir auch die Basis der Nanotechnologie etwas näher kennen. Beispielsweise, wie ein Rastertunnelmikroskop (STM) und ein Rasterkraftmikroskop (AFM)funktioniert. In diesem Zusammenhang besichtigten wir auch die RWTH Aachen, in der wir 3D- Drucker programmieren, einen Bio- Sensoren beschichten, einen Reinraum betreten und sogar ein AFM anschauen konnten. Aber wir haben natürlich nicht nur Theorie durchgenommen und eine Exkursion gemacht.  Wir bekamen auch die Möglichkeit, selbst eine Solarzelle zu bauen, geheime Botschaften auf Glas zu pinseln, mit flüssigem Eisen zu hantieren und sogar Feuer zu spucken. Wir haben also sehr viel neues Wissen erlangt, doch das nicht nur in der Kursarbeit.

Ich habe in diesen zehn Tagen so viel erlebt und so unglaublich viele neue Erfahrungen gesammelt, dass ich damit ganze Romane füllen könnte. Doch vorab reicht es denke ich, zu sagen, dass alle bei der festlichen Abschlussfeier, traurig waren, dass wir gehen mussten. Denn eine schöne Zeit war es auf jeden Fall (und definitiv unvergleichbar mit Schule). Ich würde es jedem wünschen, die Chance zu bekommen, an der Akademie teilzunehmen, denn ich persönlich habe nicht nur viel gelernt, sondern auch einige der nettesten Menschen meines Lebens kennen gelernt und vor allem richtig viel Spaß gehabt.

Rosa H.

 

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