LRS-Konzepte

Leitfaden
für Schüler, Eltern und Lehrkräfte der KLS
zum Thema Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie


1. Lese-und Rechtschreibförderung an der KLS im 5. und 6.Schuljahr

Die KLS bietet im 5. und 6. Schuljahr eine Lese-Rechtschreibförderung an. Die KLS verfolgt das Ziel, bis zum Ende des 7. Schuljahres bei den Schülern und Schülerinnen ein in etwa einheitliches Niveau in der Lese-und Rechtschreibfähigkeit zu erreichen. Alle Schüler und Schülerinnen der Klassen 5 nehmen daher am zusätzlich eingerichteten Fach Deutsch-Rechtschreibung (DR) teil. Die Teilnahme in der Jahrgangsstufe 6 wird empfohlen.

Im Rahmen der Lese-Rechtschreibförderung erfolgt zunächst zu Beginn des 5. Schuljahres ein Test, um das jeweilige Niveau der Schüler und Schülerinnen zu ermitteln.

1.1.

Der Test im 5.Schuljahr ist nicht darauf ausgerichtet, eine Lese- Rechtschreibschwäche/Legasthenie zu diagnostizieren.

1.2.

Die Förderung im Rahmen des Fachs Deutsch-Rechtschreibung (5. - 6. Klasse) ist keine Therapie, wie sie bei einer Legasthenie/LRS unter Umständen erforderlich oder sinnvoll wäre.

1.3.

Während der Lese-Rechtschreibförderung im 5. Schuljahr erhalten alle Kinder, auch jene mit einer LRS/Legasthenie, ein entsprechendes Training.
Es ist aber möglich, dass diese schulische Förderung an der KLS allein nicht ausreicht, um eine Verbesserung der Fähigkeiten herbeizuführen. Eine außerschulische spezielle LRS-Therapie könnte dann für das Kind hilfreich sein.

 

2. Verdacht auf eine LRS/Legasthenie

Eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie hat bei jedem Kind eine unterschiedliche Ausprägung und Intensität. Es gibt bestimmte Symptome, die auf das Vorliegen einer LRS schließen lassen.
Informationen zum Thema Legasthenie/LRS sind unter folgenden Adressen erhältlich:

www. legasthenie-koeln.de
www.legasthenie-therapie.de
www.bvl.infothek.de (auch Lehrerfortbildung)
www.lvld.de
www.bildung.koeln.de/schule/nachhilfe-foerderung/lernstoerung/lrs
www.legasthenietrainer.at
www.vortrag.org

Eine Lese-Rechtschreibschwäche kann von Eltern wie Lehrern vermutet oder erkannt werden.
Vermutet eine Lehrkraft der KLS bei einem Schüler oder einer Schülerin eine LRS/Legasthenie, die möglicherweise einer außerschulischen Förderung bedarf, so teilt sie dies selbst oder über den Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin den Eltern mit.
Liegt ein Verdacht auf eine LRS/Legasthenie vor, ist es die freie Entscheidung der Eltern, ob bzw. welche außerschulischen Wege genommen werden, um das Kind zu fördern.

2.1.

Ob eine LRS/Legasthenie tatsächlich vorliegt, wird fachärztlich durch einen hierfür speziell ausgearbeiteten Test ermittelt.
Die Diagnose im Hinblick auf eine Lese-Rechtschreibschwäche kann nur durch einen Facharzt bzw. eine Fachärztin erfolgen (Kontaktadressen siehe unter Punkt 3.2.des Leitfadens).

Wurde eine Lese-Rechtschreibschwäche diagnostiziert, so empfiehlt sich häufig eine Therapie. Die Therapie kann nur durch speziell hierfür ausgebildete Therapeuten erfolgen, nicht durch Lehrkräfte der Schule, es sei denn, sie verfügen über eine entsprechende Ausbildung.

Kindern mit einer Lese-Rechtschreibschwäche kann durch eine Therapie sehr geholfen werden. Betroffene Kinder, wie auch deren Eltern, fühlen sich oft verunsichert und mit ihren Problemen allein gelassen. Durch eine Therapie sehen die Betroffenen, dass sie mit ihren Schwierigkeiten nicht alleine stehen. Die Kinder können in ihrem Selbstbewusstsein wieder gestärkt werden und lernen durch die spezielle Therapie, ihre Defizite auszugleichen und auch damit umzugehen.

2.2.

Eltern wie Lehrkräfte sind nicht immer in der Lage zu erkennen, dass möglicherweise eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie vorliegt, da die entsprechenden Vorkenntnisse fehlen. Das Erkennen einer Lese-Rechtschreibschwäche / Legasthenie ist wichtig, um den betroffenen Kindern zu helfen.

Ziel der KLS ist es deshalb, weiterhin Lehrkräfte im Fach Deutsch durch entsprechende Fortbildungen für das Thema LRS zu sensibilisieren.
Auch im Hinblick auf die weiteren Fachlehrer (insbesondere Fremdsprachen) wird dieses Ziel angestrebt.

 

3. LRS-Diagnose und LRS-Fördermaßnahme

Wurde das Vorliegen einer Lese-Rechtschreibschwäche fachärztlich diagnostiziert, so ist eine hierauf speziell ausgerichtete LRS-Fördermaßnahme /Therapie unter Umständen zu empfehlen.

3.1.

Die Entscheidung, ob das Kind an einer solchen LRS-Fördermaßnahme teilnimmt, obliegt allein den Eltern.

3.2.

Ansprechpartner bei allgemeinen Schulproblemen, also auch LRS/Legasthenie, ist beispielsweise der

Schulpsychologische Dienst Köln
Tel.: 0221/221-29001 und 221-29002

Darüber hinaus hier zwei Diagnose- und Therapieangebote aus dem Nahbereich der Schule:

Arbeitskreis Hilfe für Legastheniker e.V.
Hansaring 45
50670 Köln
Tel.: 0221/9131003
info@legasthenie-koeln.de
www.legasthenie-koeln.de

Institut für Legastheniker-Therapie Köln
Von-Werth-Str.37
50670 Köln
Tel.: 0221/7200314
Fax.: 0221/9523428
www.legasthenie-therapie.de

Auch über die Kinderärzte können Empfehlungen für Diagnose- und Therapieangebote ausgesprochen werden.

 

4. Nachteilsausgleich

Schulen, so auch die KLS, sind in Bezug auf den Nachteilsausgleich für Kinder, bei denen eine Lese-Rechtschreibschwäche/Legasthenie festgestellt wurde, an den Runderlass des NRW-Kultusministeriums vom 19.07.1991, II a 3.70-20/0-1222/91 sowie die jeweils hierzu aktuell geltenden Vorschriften und Weisungen gebunden.

4.1. Nachteilsausgleich bedeutet:

Nachteilsausgleich wird in Ziffer 4. des Runderlasses vom 19.07.1991 geregelt:

"4. Leistungsfeststellung und -beurteilung

Soweit nachstehend nichts Abweichendes bestimmt ist, gelten für Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben die allgemeinen Bestimmungen über die Leistungsfeststellung und -beurteilung.

Für Schülerinnen und Schüler, die einer zusätzlichen Fördermaßnahme bedürfen, gilt für die Klassen 3 bis 6 und in besonders begründeten Einzelfällen auch für die Klassen 7 bis 10 zusätzlich:

4.1. Schriftliche Arbeiten und Übungen
Bei einer schriftlichen Arbeit oder Übung zur Bewertung der Rechtschreibleistung im Fach Deutsch und in den Fremdsprachen kann die Lehrerin oder der Lehrer im Einzelfall eine andere Aufgabe stellen, mehr Zeit einräumen oder von der Benotung absehen und die Klassenarbeit mit einer Bemerkung versehen, die den Lernstand aufzeigt und zur Weiterarbeit ermutigt. In den Fremdsprachen können Vokabelkenntnisse durch mündliche Leistungsnachweise erbracht werden. Die Erziehungsberechtigten sind über den Leistungsstand ihres Kindes zu informieren. Die Rechtschreibleistungen werden nicht in die Beurteilung der schriftlichen Arbeiten und Übungen im Fach Deutsch oder in einem anderen Fach mit einbezogen.

4.2. Zeugnisse
Der Anteil des Rechtschreibens ist bei der Bildung der Note im Fach Deutsch zurückhaltend zu gewichten.
In den Zeugnissen kann in der Rubrik "Bemerkungen" aufgenommen werden, dass die Schülerin oder der Schüler an einer zusätzlichen LRS-Fördermaßnahme teilgenommen hat.

4.3. Versetzung
Bei Entscheidungen über die Versetzung oder die Vergabe von Abschlüssen dürfen die Leistungen im Lesen und Rechtschreiben nicht den Ausschlag geben.

4.4. Übergang zu Realschulen und Gymnasien
Besondere Schwierigkeiten im Rechtschreiben allein sind kein Grund, eine Schülerin oder einen Schüler für den Übergang in die Realschule oder das Gymnasium bei sonst angemessener Gesamtleistung als nicht geeignet zu beurteilen."

Den vollständigen LRS-Erlass findet man unter:
www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/Erlasse/LRS-Erlass.pdf

4.2. Kein Nachteilsausgleich allein wegen der Diagnose LRS

Allein die Diagnose LRS/Legasthenie reicht nicht aus, um automatisch einen solchen Nachteilsausgleich zu erhalten.

Dies ist auch nachvollziehbar, da die Ausprägungen und die Intensität einer Lese-Rechtschreibschwäche in jedem Einzelfall sehr unterschiedlich sind.
Ist die Gewährung eines Nachteilsausgleichs (siehe Ziffer 5.) nicht möglich, das Vorliegen einer LRS/Legasthenie der Schule aber bekannt, so bemühen sich die Lehrkräfte der KLS gleichwohl um einen verständnisvollen und förderlichen Umgang mit dem Schüler  bzw. der Schülerin.

 

5. Richtlinien für den Umgang mit Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) an der KLS

5.1. Klassen 5 und 6

Der Nachteilsausgleich muss gewährt werden, wenn der Schüler/die Schülerin einer zusätzlichen schulischen oder außerschulischen LRS-Fördermaßnahme bedarf. Der LRS-Förderbedarf muss fachärztlich attestiert sein.

Eine aktuelle LRS-Bescheinigung muss zu Beginn der 5. bzw. 7. Klasse der Schulleitung vorgelegt werden.

Die Eltern des betroffenen Kindes beantragten den Nachteilsausgleich schriftlich bei der Schulleitung.

Damit der Nachteilsausgleich gewährt werden kann, muss sich das Kind in Therapie befinden. Die Eltern des Kindes weisen diese Therapie gegenüber der KLS nach.

Über die Gewährung des Nachteilsausgleichs entscheidet die Schulleitung bzw. die Stufenleitung nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer bzw. der Klassenlehrerin bzw. Fachlehrer oder Fachlehrerin. Das Gutachten muss Hinweise über die spezifische Art der Schwäche enthalten, um über die Form des Nachteilsausgleichs entscheiden zu können.

Der Nachteilsausgleich bezieht sich auf alle Fächer, in denen schriftliche Lernkontrollen durchgeführt werden. Der Klassenlehrer informiert die entsprechenden Fachkollegen schriftlich über den zu gewährenden Nachteilsausgleich und dessen Form.

Der Klassenlehrer informiert das Kind und dessen Eltern schriftlich über die Form des Nachteilsausgleichs.

5.2. Klassen 7 bis 10

In besonders begründeten Fällen kann ein Nachteilsaugleich gewährt werden. Die besonderen Gründe müssen durch ein aktuelles fachärztliches Attest fundiert sein.

Die Grundsätze unter 5.1 finden ansonsten auch für die Klassen 7 bis 10 Anwendung.

5.3. Gymnasiale Oberstufe (Jahrgangsstufe 11 und 12)
  1. In der gymnasialen Oberstufe gibt es nur noch wenige Möglichkeiten zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern, die Schwächen in der Rechtschreibung haben. Dazu gehören:
    • Abgabe als mündliche gestellter Aufgaben in schriftlicher Formulierung zur Korrektur durch den Lehrer ohne Benotung
    • Hinweise auf entsprechendes Unterrichtsmaterial zum Selbststudium (z.B. Hackenbroich-Krafft, Rechtschreibung und Zeichensetzung, Alles klar! Trainingskurs mit Lösungsheft. Cornelsen)
    • Kooperative Schüler-Schüler-Lernmethoden zur Vor- oder Nachbereitung von Klausuren
  2. Wer einen Nachteilsausgleich für LRS in der gymnasialen Oberstufe beansprucht, muss ein fachärztliches Attest eines Arztes für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder ein Gutachten des schulpsychologischen Dienstes der Stadt Köln, das nicht älter als ein Jahr ist, vorlegen.
  3. Der Nachteilsausgleich wird nach Entscheidung des Schulleiters bzw. der Schulleiterin je nach Schwere und Art der LRS gewährt.
  4. Für eine leichte bis mittlere LRS (nach der Terminologie des Bayrischen Schulministeriums Lese-Rechtschreibschwäche) kann die Arbeitszeit verlängert werden. Die Bewertung der Rechtschreibung im Rahmen eines kriterienorientierten Punktesystems bei Klausuren im Fach Deutsch sollte zurückhaltend erfolgen.
    Den Schülern sollte geraten werden, eine Therapie bei einem schulexternen Institut aufzunehmen oder fortzuführen. Das Ziel sollte dabei sein, die Rechtschreibschwäche bis zum Abitur soweit zu reduzieren, dass die Rechtschreibleistung dem Durchschnitt der Schüler entspricht.
  5. Für eine schwere LRS (nach bayrischer Terminologie Lese-Rechtschreib-Störung oder Legasthenie) kann festgelegt werden, dass die Rechtschreibung nicht in die Bewertung von Klausuren einbezogen wird und dass der Punktabzug nach APO-GOSt 13,(2) Satz 2 (gehäufte Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit und äußere Form) in allen Fächern nicht angewandt wird. Das fachärztliche Attest muss die LRS in diesem Fall als nicht therapierbare Legasthenie spezifizieren.
  6. Nachteilsausgleich im Abitur kann nach Auskunft der Bezirksregierung nur gewährt werden, wenn
    • ein aktuelles Attest vorliegt,
    • die Schule während der gesamten Qualifikationsphase den Nachteilsausgleich gewährt hat,
    • die Schule Fördermaßnahmen nachweist (s. Ziff. 1 des Leitfadens),
    • außerschulische Therapiemöglichkeiten genutzt wurden.


Die Gewährung des Nachteilsausgleichs im Abitur muss beim Schulministerium im Oktober beantragt und von der Bezirksregierung genehmigt werden (APO-GOSt §13, (7)).
Der Nachteilsausgleich für LRS kann bestehen in der Verlängerung der Arbeitszeit und/oder der Nutzung eines Laptops.

 

6. LRS an der KLS

6.1. Interessenvertretung

LRS an der KLS ist eine Arbeitsgruppe an der Königin-Luise-Schule, die sich als Interessenvertretung für Schüler und Schülerinnen mit LRS/ Legasthenie versteht.

Ansprechpartnerin ist:
Alexandra Espenschied
Erzbergerplatz 5
50733 Köln
espenschied@netcologne.de

6.2. Kontaktstelle für betroffene Eltern

Betroffene Eltern haben häufig das Gefühl, allein zu sein mit ihren Sorgen und vielen Fragen. Der Alltag kann sehr anstrengend für Kind und Eltern sein. Ein einfacher Erfahrungsaustausch mit "LRS-Eltern" in lockerer Runde kann da helfen.
Die Ansprechpartnerin (6.1.) organisiert solche Treffen, die per Mail bekannt gegeben werden.
Wer informiert werden möchte, melde sich bitte unter der oben genannten Mailadresse.

6.3. Kommunikation mit Lehrkräften der KLS und der Schulleitung

Für eine sinnvolle und effektive Arbeit ist die Kommunikation mit Lehrkräften der KLS und der Schulleitung zu Beratung und Austausch wichtig.
Ansprechpartnerin im Lehrerkollegium ist Frau Knüpling (knuepling.kls@gmx.de).